1. Allgemeine Informationen zu Sicherheitsholstern
  2. Sicherheitsstufen
  3. Tragweise
  4. Welches Holster für welche Waffe?
  5. PRESSEARTIKEL aus DWJ 10/2000: "Tragbare Sicherheit - Anforderungen an ein gutes Polizeiholster"

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1. Allgemeine Informationen zu Sicherheitsholstern

Sicherheitsholster – nach der Definition von SAFARILAND – erhöhen unbestritten die passive Sicherheit im Dienstalltag in erheblichem Maße und haben damit einen großen Anteil an der Eigensicherung. Obwohl kein Dienstholster, das offen getragen wird, “absolut sicher“ ist, sollte die Herstellung von Holstern welche die Waffe vor Fremdzugriff und Verlust schützen eine der obersten Prioritäten besitzen.

Unglücklicherweise sind immer noch sogenannte „Dienstholster“ im Einsatz, welche die Waffe einfach nach einem schnellen Reißen am Griffstück freigeben. Die meisten Angriffe auf Polizeibeamte erfolgen durch Personen, die nicht wirklich wissen, wie ein Holster funktioniert und trotzdem ist es Ihnen möglich einfach die Waffe aus dem Holster zu reißen. Die Einfachheit, wie der Sicherungsmechanismus des Holsters geöffnet oder durch Krafteinsatz überwunden werden kann, wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Wird der Mechanismus so kompliziert gestaltet, dass er für einen Angreifer schwerer zu öffnen ist, so wird i . d . R. auch der Ziehvorgang für den Polizeibeamten schwieriger.

SAFARILAND hat seine Dienstholster so konstruiert, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass sich der Verschlussmechanismus unbeabsichtigt oder gar zufällig öffnet. Selbstverständlich erfordert der Umgang mit einem Sicherheitsholster mehr Verständnis für die Funktionsweise als bei einem Standardholster, bei dem man einfach am Griff reißt um die Waffe zu ziehen.

Die Dienstholster von SAFARILAND wurden nicht nur konstruiert, um das Leben eines Polizeibeamten zu schützen – sie sind auch besonders haltbar. Viele herkömmliche Holster deformieren sich und verlieren ihre Stabilität, sobald sie nass werden, oder über eine längeren Zeitraum in Gebrauch sind. Vergleichsweise schnell altern Holster aus Leder oder Nylon – insbesondere mit Schaumeinlagen, da diese Wasser richtig aufsaugen.

Es existiert derzeit kein offizielles Testverfahren zur Einstufung der Sicherheit von Holstern gegen Fremdzugriff und Verlust der Waffe. Aus diesem Grund hat Safariland ein simples – der Praxis entnommenes – Testsystem entwickelt, um die Sicherheitseigenschaften eines Holsters zu beurteilen. Die hier beschriebenen Tests wurden ursprünglich bei Safariland intern durchgeführt, um die eigenen Holster zu bewerten. Mittlerweile hat sich daraus quasi ein Industriestandard entwickelt, der in vielen US Bundesstaaten und mittlerweile auch in Deutschland und Europa Grundlage für die Beurteilung der „Diensttauglichkeit“ eines Holsters ist. Die Holster werden hierbei in die Sicherheitsstufen 1 bis 3 (mittlerweile sogar schon 4) eingestuft. Nicht zu verwechseln sind die verschiedenen Sicherheitsstufen mit Holstern, die mehrere Sicherungseinrichtungen besitzen. da dies nicht automatisch bedeutet, dass es sich dann um ein Sicherheitsholster nach SAFARILAND Standard handelt. Viele Holster die über mehrfache Sicherungseinrichtungen verfügen erfüllen nicht einmal die Voraussetzungen für ein Sicherheitsholster der Stufe 1. Sie können mit unseren Holstern Ihre eigenen Tests durchführen, um unsere Einstufung nachzuvollziehen. Die Einstufung von SAFARILAND bezieht sich auf Holster in einwandfreiem Zustand. Von einem übermäßig abgenutzten, beschädigten oder anderweitig defekten Holster kann das Bestehen eines solchen Sicherheitstests nicht erwartet werden. Aus Sicherheitsgründen sollte ein erfahrener Ausbilder den Test überwachen. Das Holster sollte, mit entladener Waffe, an einem entsprechenden Dienstgürtel von einer Testperson getragen werden, so wie im normalen Dienstalltag. Die Testperson darf bei diesem Test weder Waffe oder Holster noch den Gürtel festhalten. Das Befestigen der zu testenden Ausrüstung an einem festen Gestell ist unrealistisch und sollte vermieden werden.

Sollte das Zugreifen auf das Griffstück der Waffe durch den “Angreifer“ beiläufig auch zum Öffnen des Sicherungsriemens führen, so ist dies ein negativer Punkt bei der Bewertung des Holsters. Der weitere Testablauf dient dazu, die strukturelle Zuverlässigkeit des Sicherungsmechanismus sowie des Holsters selbst zu ermitteln. Außerdem wird ein Holster nur als Sicherheitsholster eingestuft, wenn es auch einem nicht sonderlich trainierten Beamten möglich ist die Waffe einhändig in einem Zeitrahmen von max. 3 Sekunden zu ziehen. Es folgen die Tests, die durchzuführen sind, um das Sicherheitsniveau eines Holsters zu ermitteln.

2. Sicherheitsstufen

Alle Holster unseres Katalogs, die über eine Sicherheitsstufe verfügen, werden entsprechend markiert.

Sicherheitsstufe 1

(z.B. Safariland Modell 284/2845)

Test 1
Alle Sicherungsvorrichtungen des jeweiligen Holsters sind geschlossen. Ziehen Sie nun beidhändig, so kräftig wie möglich und in alle Richtungen am Griffstück der Waffe, während Sie dabei die Waffe in alle denkbaren Richtungen verdrehen. Wenn nun die Waffe im Holster verblieben ist und der Holsterkörper selbst nicht abgerissen wurde versuchen Sie einen normalen Ziehvorgang um sicherzustellen, dass der Sicherungsmechanismus nicht durch die ausgeübte Gewalt beschädigt oder blockiert wurde. Wenn das Holster noch immer normal funktioniert, gehen Sie zum nächsten Test über.

Test 2
Entfernen Sie Holster und Gürtel von der Testperson. Wenn das Holster eine Einrichtung zum Einstellen des Ziehwiderstandes besitzt, überzeugen Sie sich, dass diese korrekt eingestellt ist. Öffnen Sie alle äußeren Sicherungsriemen und drehen Sie das Holster mit leichtem Schütteln kopfüber. Die Waffe sollte nicht aus dem Holster fallen.

Wenn die vorangegangenen Tests bestanden wurden, so wird das entsprechende Holster nun als Sicherheitsstufe I eingestuft

Sicherheitsstufe 2

(z.B. alle Safariland SLS Holster – Modelle 6280/6285, 6004, 6281, RAPTOR 6270/6275)

Punkt 1
Um nach Sicherheitsstufe II getestet werden zu können, muss ein Holster zunächst den Test nach Sicherheitsstufe I bestehen. Falls das Holster den Test nach Sicherheitsstufe I nicht bestanden hat, besitzt es keinerlei Sicherheitsstufe und wird folglich auch nicht als Sicherheitsholster angesehen.

Punkt 2
Öffnen Sie die primäre Sicherung des Holsters und üben Sie am Griffstück Zug in folgende Richtungen aus: vorwärts, nach außen, nach hinten und gerade nach oben. Wenn das Holster eine zusätzliche wahrnehmbare Sicherheit in zumindest eine der genannten Richtungen bietet und das Zurückstecken der Waffe sowie das Herstellen der Sicherheit „blind“ und problemlos innerhalb einer Sekunde möglich ist, so entspricht es der Sicherheitsstufe II.

Punkt 3
Das Modell „Raptor 6270“ entspricht einer Sicherheitsstufe 2+, da es bei geöffnetem Primärverschluss nur möglich ist die Waffe zu ziehen, wenn man das Griffstück zunächst in eine bestimmte Richtung (nach hinten) drückt und die Waffe anschließend gerade nach oben zieht. Es bietet also mehr Sicherheit als ein reguläres Holster der Sicherheitsstufe 2, erfüllt aber nicht die Anforderungen der Sicherheitsstufe 3, da es bei geöffneter Primärsicherung möglich ist die Waffe aus dem Holster zu bekommen, wenn man nach dem Testmodus von Sicherheitsstufe 1 vorgeht.

Sicherheitsstufe 3

(z.B. RAPTOR 6070/6075)

Um als Sicherheitsstufe III eingestuft zu werden, muss ein Holster zwei Sicherungen besitzen, die gewährleisten dass der Sicherheitstufe unabhängig voneinander sichern. Wenn das Holster zusätzliche Sicherheit bietet, während beide Sicherungen geöffnet sind, so wird es als Sicherheitsstufe III eingestuft.

Warnhinweis:
Kein Holster sollte jemals als “absolut verlustsicher“ angesehen werden. Wenn der Benutzer die Waffe ziehen kann, so sollte als offensichtlich anerkannt werden, dass auch ein Angreifer die Waffe aus dem Holster entfernen kann. Es ist letztendlich auch die Verantwortung des jeweiligen Benutzers, sicherzustellen, dass sein Holster ordnungsgemäß funktioniert, gut gepflegt ist und somit auch die Sicherheitsfunktionen aufweist, die das Holster bietet.

3. Offene Trageweise:

Allgemeine Infos zu den Safariland Dienstholstern

SAFARILAND „Dienstholster“ sind ab 2003 i. d. R. in vier Tragehöhen erhältlich und können jeweils ummontiert werden, wenn man den/die entsprechenden anderen Tragestege dazu erwirbt. Man muss lediglich drei Schrauben lösen und dann den anderen Steg befestigen

1. „High Ride“ = hoch sitzende Ausführung

  • Artikelnummer endet mit einer „1“ z.B. Modell 6281
  • das „Sommerholster“. Als Zivilholster nur bedingt geeignet, da es zu sehr aufträgt.

2. „Mid Ride“ = mittelhoch sitzende Ausführung

  • Artikelnummer endet mit einer „0“ z.B. Modell 6280
  • unsere Empfehlung, da die tiefe Version insbesondere beim Sitzen im PKW unbequem sein kann, wenn das Holster unten am Sitz ansteht.

3. „Low Ride“ = tief sitzende Ausführung

Artikelnummer endet mit einer „5“ z.B. Modell 6285. Sinnvoll wenn der Dienstgürtel hoch getragen wird, oder bei Verwendung bestimmter Dienstbekleidung – z. B. Überziehschutzweste

4. „Tactical“ = Oberschenkelholster

  • Artikelnummer endet mit einer „4“ z.B. Modell 6004
  • Das Holster für den Spezialeinsatz

Alle beweglichen Teile (z.B. das Verschlusssystem) können ersetzt werden, falls eine Beschädigung auftritt.

Alle Dienstholster sind innen mit „Safari-Suede“ ausgekleidet einem wildlederartigen Kunstmaterial, das die Brünierung der Waffe schützt, ein weiches Ziehen ermöglicht und gleichzeitig Feuchtigkeit vom Metall abnimmt.

Alle Dienstholster sind aus dem patentierten SAFARILAND Laminat hergestellt, einem unverwüstlichen Kunststoffaufbau, wie er vergleichbar nirgends sonst zu finden ist. Die Performance des Materials und die Ausführung der Holster hat weltweit Polizei, Militär und Spezialeinheiten überzeugt.

Mit sogenannten Abstandhaltern (T-Spacer) lässt sich der Abstand zwischen Körper und Griffstück der Waffe vergrößern.

Der Ziehwinkel des Holsters ist so vorgegeben, dass bei einer unbeabsichtigten Schussabgabe beim Wegstecken der Waffe der Schuss nicht das Bein treffen würde.

4. Welches Holster für welche Waffe

Hier können Sie die aktuellen Daten von Safariland zu diesem Thema als PDF-Liste downloaden: