SHOP-KATEGORIEN (HIER KLICKEN)

Erläuterungen zur DIN EN388:2016, DIN EN420, DIN EN 13594, DIN EN407

  

DIN EN420

 

Die europäische Norm DIN EN420 definiert die allgemeinen Anforderungen, Prüfverfahren und Kennzeichnung von Schutzhandschuhen. Durch diese Zertifizierung wird unter anderem sichergestellt, dass sich die verwendeten Materialien und Stoffe, sowie deren Verarbeitung, nicht negativ auf die Gesundheit des Trägers auswirken.

 

Zusätzlich werden Schutzhandschuhe im Rahmen der DIN EN420 auf folgende Eigenschaften geprüft: 

·         Ergonomie und Tragekomfort

·         Materialzusammensetzung sowie Kennzeichnung

·         Widerstand des Handschuhmaterials gegen Wasserdurchdringung

·         Leichtigkeit und Stabilität des Handschuhmaterials

Sofern ein Handschuh die Anforderungen an diese Norm erfolgreich besteht, erfolgt eine Kennzeichnung anhand des EN420 Logos.

Sie finden dieses Hinweisschild bei unseren Handschuhen an folgenden Stellen: 

·         auf der Handschuhverpackung

·         im Booklet, welches der Verpackung beiliegt

·         auf einem kleinen Label in der Innenseite des Handschuhs

DIN EN388:2016

 

Damit ein Handschuh gemäß nach DIN EN388:2016 zertifiziert werden kann, muss er zunächst erfolgreich auf die allgemeinen Anforderungen der DIN EN420 geprüft werden.

 

Vorab möchten wir Sie darüber informieren, dass sämtliche Schutzhandschuhe lediglich schnitt- und stichhemmend sind!

Schutzhandschuhe bieten KEINEN absoluten Schutz vor Schnitt- oder Sticheinwirkungen!

Die europäische Norm DIN EN388:2016 definiert die Anforderungen, die einzelnen Prüfverfahren und die Kennzeichnung von Schutzhandschuhen gegen mechanische Risiken. Durch diese Zertifizierung wird der Handschuh auf Abriebfestigkeit, Schnittfestigkeit, Weiterreißfestigkeit und Durchstichfestigkeit geprüft.

Die dabei erzielten Werte werden in Kategorien klassifiziert und können mit der Hilfe des Piktogramms (Hinweisschild mit Hammer) abgelesen werden.

 

Hierbei gilt der Grundsatz: Je höher die Kategorie, desto besser der Schutz!

Sie finden dieses Hinweisschild bei unseren Handschuhen an folgenden Stellen: 

·         auf der Handschuhverpackung

·         im Booklet, welches der Verpackung beiliegt

·         auf einem kleinen Label in der Innenseite des Handschuhs

 

Testverfahren und Wertungen der DIN 388:2016 im Überblick

 

Um Ihnen die einzelnen Wertungen und Prüfverfahren genauer zu erläutern, beziehen wir uns im unten abgebildeten Beispiel auf die Werte unseres Handschuhs COP CR214TS.

Abriebfestigkeit: Kategorie 2

Prüfverfahren:

Eine rotierende Scheibe, die mit Schleifpapier versehen ist, scheuert über das Handschuhmaterial.

Es wird ermittelt, wie viele Zyklen erforderlich sind, bis das Material durchscheuert.

Kategorie 0:                0 bis 99 Zyklen

Kategorie 1:                100 bis 499 Zyklen

Kategorie 2:                500 bis 1999 Zyklen

Kategorie 3:                2000 bis 7999 Zyklen

Kategorie 4:                8000 Zyklen oder mehr

 

Schnittfestigkeit (COUP-Test): Kategorie 3

Prüfverfahren:

Ein rotierendes Kreismesser schneidet mit gleichbleibender Geschwindigkeit und konstanter Kraft (5 Newton) von links nach rechts über das Handschuhmaterial.

Das Ergebnis wird zur Vereinfachung mit einem Index-Wert angegeben.

Dieser Wert setzt sich aus der Anzahl der Zyklen zusammen, die erforderlich sind, um das Material zu durchschneiden sowie aus dem Abnutzungsgrad der verwendeten Klinge.

Kategorie 0:                < Index 1,2

Kategorie 1:                ≥ Index 1,2

Kategorie 2:                ≥ Index 2,5

Kategorie 3:                ≥ Index 5

Kategorie 4:                ≥ Index 10

Kategorie 5:                ≥ Index 20

*Kategorie X 

*Falls das Ergebnis dieses Prüfverfahrens mit einem „X“ gekennzeichnet ist, hat das Handschuhmaterial die Anforderungen an diesen Test ÜBERTROFFEN !


Das Handschuhmaterial wurde während des Prüfverfahrens nicht durchschnitten und die verwendete Klinge stumpfte hierbei ab.

Um dennoch einen Wert zur Schnittfestigkeit zu erhalten, wurde im Rahmen der neuen DIN EN388:2016 ein weiteres Prüfverfahren zur Schnittfestigkeit eingeführt. Hierbei handelt es sich um den sogenannten TDM-Test (gemäß nach ISO 13997). Nähere Informationen zum TDM-Test finden Sie weiter unten.

 

Weiterreißfestigkeit: Kategorie 3

Prüfverfahren:

Der Handschuh wird in eine Zugkraftmaschine eingespannt.

Es wird ermittelt, welcher Kraftaufwand notwendig ist, bis das Handschuhmaterial reißt.

Kategorie 0:                0 bis 9,9 Newton

Kategorie 1:                10 bis 24,9 Newton

Kategorie 2:                25 bis 49,9 Newton

Kategorie 3:                50 bis 74,9 Newton

Kategorie 4:                75 Newton oder mehr

 

Durchstichfestigkeit: Kategorie 4

Prüfverfahren:

Mittels eines Prüfnagels wird ermittelt, welcher Kraftaufwand erforderlich ist, um das Handschuhmaterial zu durchstechen.

 

Kategorie 0:                0 bis 20 Newton

Kategorie 1:                20 bis 59,9 Newton

Kategorie 2:                60 bis 99,9 Newton

Kategorie 3:                100 bis 149,9 Newton

Kategorie 4:                150 Newton oder mehr

 

Wir möchten darauf hinweisen, dass dieser Test keinerlei Aufschluss auf die Schutzeigenschaft gegen Injektionsnadeln oder Kanülen bietet!

Nadeln und Injektionsnadeln bzw. Kanülen sind aus unserer Sicht als gefährlicher einzustufen!

Schnittfestigkeit (TDM-Test): Kategorie C

Im Rahmen der EN388:2016 wurde für Schutzhandschuhe ein weiterer Test zur Schnittfestigkeit (auch TDM-Test genannt) gemäß nach EN ISO 13997 eingeführt.

Das Ergebnis dieses Tests, gibt Aufschluss auf die Schnittfestigkeit, sofern die Kategorie des ersten Tests zur Schnittfestigkeit (COUP-Test) mit einem „X“ gekennzeichnet ist.

Prüfverfahren:

Eine gerade Klinge schneidet mit unterschiedlichem Kraftaufwand von links nach rechts über das Handschuhmaterial. Nach jedem Schnitt wird die Klinge erneuert und der Kraftaufwand erhöht.

Es wird ermittelt, welcher Kraftaufwand notwendig ist, um das Material zu durchschneiden.

 

Kategorie A:               2 Newton

Kategorie B:               5 Newton

Kategorie C:               10 Newton

Kategorie D:               15 Newton

Kategorie E:               22 Newton

Kategorie F:                30 Newton

 

Wir bitten Sie zu beachten, dass es sich bei beiden Tests zur Schnittfestigkeit (COUP und TDM-Test), um zwei völlig unterschiedliche Test-Methoden handelt. Beide Ergebnisse sind untereinander nicht vergleichbar.

 

DIN EN 13594

Die europäische Norm DIN EN 13594 definiert die Anforderungen und Prüfverfahren an Schutzhandschuhe für Motorradfahrer.

Das Handschuhmodell, und das dafür verarbeitete Material, wird während dem Testverfahren auf den Schutz gegen Stöße durch Stürze und Kollisionen geprüft.

Sofern ein Handschuh die Anforderungen an diese Norm erfolgreich besteht, erfolgt eine zweifache Kennzeichnung. Die erste Kennzeichnung erfolgt durch das EN 13594 Logo. Bei der zweiten Kennzeichnung wird das Piktogramm zusätzlich mit einem „P“ ergänzt.

Sie finden dieses Hinweisschild bei unseren Handschuhen an folgenden Stellen: 

·         auf der Handschuhverpackung

·         im Booklet, welches der Verpackung beiliegt

·         auf einem kleinen Label in der Innenseite des Handschuhs

  

DIN EN 407

Die europäische Norm DIN EN 407 definiert die Anforderungen und Prüfverfahren an Schutzhandschuhe gegen thermische Risiken (Hitze und/oder Feuer).

 

Bitte beachten Sie, dass die DIN EN 407 nicht für Anwendungsbereiche wie z.B. Brandbekämpfung oder das Arbeiten mit Schweißgeräten gilt!

Ein Handschuh kann nur dann auf die Anforderungen der DIN EN 407 geprüft werden, sofern er im Rahmen des Prüfverfahrens der DIN EN388:2016 in den Bereichen der Abrieb- und Weiterreißfestigkeit mindestens die Kategorie 1 erreicht hat!

Während des Prüfverfahrens wird das Handschuhmodell auf sechs Eigenschaften getestet.

Die dabei erzielten Werte werden in Kategorien klassifiziert und können mit der Hilfe des Piktogramms (Hinweisschild mit Flamme) abgelesen werden.

 

Hierbei gilt der Grundsatz: Je höher die Kategorie, desto besser der Schutz!

-        Brennverhalten (Kategorie 0 – 4)

-        Kontaktwärme (Kategorie 0 – 4)

-        Konvektive Hitze (Kategorien 0 – 4)

-        Strahlungswärme (Kategorien 0 – 4)

-        Kleine Spritzer geschmolzenen Metalls (nur Eisen) (Kategorien 0 – 4)

-        Große Mengen geschmolzenen Metalls (nur Eisen) (Kategorien 0 – 4)

Es ist ebenfalls möglich, dass ein Handschuh einzelne Tests nicht besteht. In diesem Fall erfolgt eine Kennzeichnung mit dem Buchstaben „X“.